 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | Die Historie des Maspern-Musikzuges |
|
|
Entstehung und Geschichte einer Stadtkapelle
|
von Ulrich Stohldreier
Angefangen hat alles im Jahre 1973. Im August trafen sich in der Gaststätte „Tönnchen“ einige Musiker mit Mitgliedern des Vorstandes der MASPERN-Kompanie. Sie machten das Angebot, einen Spielmannszug unter der Regie der MASPERN-Kompanie zu gründen. Der damalige Hauptmann Werner Beckers, sein Feldwebel Hans Petzold und Verwaltungsrat Karl-Heinz Vockel waren mit dabei, als der Spielmannszug gegründet wurde. Die Kompanie stellte die MASPERN-Baude zur Verfügung, in der die ersten Proben stattfanden. Als erster Vorsitzender wurde Bernhard Schmitz gewählt. Er, der bis heute die Posaune spielt, stand zu Beginn dem Spielmannszug als Tambourmajor vor. Erster Ausbilder war Karlheinz Hanecke.
|
|
|
|
|
Im Winter des Jahres 1973/74 standen die Ausbildung und Proben im Mittelpunkt der Aktivitäten. Zum ersten Auftritt kam es dann zum Kompanieabend am 10 März 1974. Der MASPERN-Musikzug präsentierte sich mit überwiegend Jugendlichen der Kompanie im Kolpinghaus. Der Grundstein war gelegt und die ersten Veränderungen ließen nicht lange auf sich warten. Schon zu Schützenfest 1974 trat der Spielmannszug in schmucken Uniformen auf. Rote Jacken und Schiffchen, die Damen mit weißen Röcken und die Herren mit schwarzen Hosen. Doch diese Uniform sollte sich schon bald verändern. Treu zur Farbe Rot wurde in dekorative Husarenuniform umgerüstet. Auch qualitativ kam es zu einer Weiterentwicklung, vom Spielmannszug hin zu einem Fanfarenzug. Hierfür hatte der damalige MASPERN-Leutnant Bernhard Hoppe die erste Trompete gestiftet. Große private und vereinsmäßige Investitionen waren also notwendig. In dieser Zeit waren Bernhard Hoppe und Bernhard Wittenbrink wichtige Wegbegleiter. Sie betreuten die MASPERN-Musiker über viele Jahre. Dieser treue Dienst wurde mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern des Musikzuges belohnt.
Schon bald gab es in der Entwicklung der MASPERN-Musiker einen weiteren Schub. Das Spiel mit Blasinstrumenten sollte der Schwerpunkt sein. Dieser Schritt, das Spiel mit verschiedenen (Blas-) Instrumenten und die Formung eines auftrittfähigen Zuges machte die Verpflichtung eines musikalischen Leiters notwendig. Mit Anton Michaelis fand man 1977 einen begeisterten Musiker, der die Ausbildung und Leitung übernahm. Schon bald verfügte der Musikzug über ein ansehnliches Repertoire. Eine Menge Geld investierten die MASPERN-Musiker 1988 für die Anschaffung neuer Uniformen. Man trat nun in blauen Husaren-Uniformen auf. Im Frühjahr 1990 legte nach 13 Jahren der passionierte Blasmusiker Anton Michaelis den Taktstock in andere Hände. Er hat sich über viele Jahre große Verdienste um den Musikzug erworben. Bei aller Jubiläums-Freude darf man nicht vergessen, daß in der heutigen Zeit das Angebot einer auftrittsfähigen Stadtkapelle sehr schwer ist. Als dritter Ausbilder und musikalischer Leiter drückte der Musiklehrer Rainard Hoffmann bis Ende 1991 dem Musikzug den Stempel auf. Anfang 1992 übernahm Alexander Schamai die Ausbildung und die musikalische Leitung. Im September 1993 feierte der Musikzug sein 20jähriges Bestehen im Rahmen eines Musikfestes. Als Alexander Schamai aus familiären Gründen 1995 sein Amt abgeben mußte, hatten die MASPERN-Musiker wieder Glück. Mit Siegfried Schünemann führt seitdem ein ebenfalls begeisterter Musiker den Taktstock.
Der MASPERN-Musikzug hat viele schöne und bedeutende Auftritte gehabt. Viele Jahre begleitete der kompanieeigene Klangkörper die MASPERN als erste Kapelle beim Schützenfest. Seit 1988 ist der Musikzug aus „MASPERN bei Paderborn“ (Originalton des Fernsehkommentators) Stammgast beim Karneval in Köln am Rhein. Verschiedene musikalische Rundreisen führten z. B. durch das Saar- und das Frankenland. Einige Jahre gab es eine intensive Beziehung zum Jugendblasorchester Roßtal (zur Gemeinde Roßtal gehört auch die Ortschaft Raitersaich, mit dessen Schützenverein die MASPERN eine gute Freundschaft pflegen). 1991 waren die Roßtaler Gast beim Paderborner Schützenfest. Ein weiterer musikalischer Glanzpunkt war die Mitwirkung von MASPERN-Musikern bei der Schützenmesse 1991. Auch haben die MASPERN-Musiker beim Schützenfest 1991 den Großen Zapfenstreich vor dem Rathaus gespielt. Nicht nur ein besonderer Höhepunkt, sondern auch Verpflichtung gegenüber Schützenkönigin Heike Hoppe. Sie war schließlich ein ehemaliges Mitglied des MASPERN-Musikzuges. Aus dessen Reihen ging jedoch noch eine weitere Schützenkönigin hervor: Cornelia Tölle, geb. Jürgensmeier, war 1995/96 Regentin der Paderborner Schützen.
Der MASPERN-Musikzug feierte im Jahre 1998 sein 25jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Musik schafft Freude, Freunde und Geselligkeit“ wurde das Jubiläum im Rahmen eines Kreismusikerfestes am 29.und 30. August 1998 gefeiert. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die MASPERN-Unteroffiziere wurde es ein rundum schönes, spätsommerliches Fest.
Ein bunter Sternmarsch in vier klingenden Blöcken zum Rathaus war der Auftakt des Kreismusikfestes 1998. Mit 20 Musikkapellen und Spielmannszügen mit über 800 Musikern, den Kompanien des Paderborner Bürgerschützenvereins und den befreundeten Schützenvereinen trat eine bunte Schar der Volksmusik vor dem Rathaus an. Aus Anlass seines 25jährigen Bestehens hatte der MASPERN-Musikzug zum Kreismusikfest nach Paderborn unter der Schirmherrschaft von Landrat Reinold Stücke eingeladen. Eine Veranstaltung, die zu den Höhepunkten des Schützenjahres 1998/99 gezählt werden darf. Vor dem Rathaus begrüßte Hauptmann Hans-Dieter Wollmann die Gästeschar. „Musik ist eine Sprache, die ohne Worte auskommt“, rief Landrat Reinold Stücke als Schirmherr in seiner Festansprache den angetretenen Musikern von der Rathaustreppe aus zu. „Dies ist eine willkommene Gelegenheit, ihren Wert für die Menschen zu unterstreichen.“ Musik sei eine wertvolle Freizeitbeschäftigung zur Förderung der Gemeinschaft machte der Landrat deutlich. „Ohne Menschen, die sich engagieren, geht das alles nicht“, lobte Stücke die vorbildliche Arbeit des Klangkörpers der MASPERN-Kompanie in den vergangenen 25 Jahren. Auch Bürgermeister Willi Lüke, der wiederum herzlich begrüßt wurde, würdigte die Arbeit der MASPERN, besonders die des 1. Vorsitzenden Bernhard Schmitz, der dieses Amt ebenfalls 25 Jahre innehat. Er machte deutlich, dass die MASPERN-Musiker viel Begeisterung, Können und Idealismus gezeigt hätten. Für den Kreismusikerbund, Veranstalter des jährlichen Kreismusikfestes, gratulierte Vorsitzender Bernhard Ekelt. „Fördert die Jugendarbeit, die Kameradschaft und vor allem die Tradition“ schrieb Ekelt den teilnehmenden Musikvereinen ins Stammbuch. Nach dem gemeinsam gespielten „Lieben-Marsch“ vor der eindrucksvollen Kulisse des Historischen Rathauses marschierten die Teilnehmer mit den Ehrengästen, unter ihnen neben Landrat und Bürgermeister auch Schützenkönig Manfred Kersting, Oberst Dr. Andreas Jolmes und der gesamte Bataillonsvorstand, stellvertretender Landrat Fritz Farke und Oberkreisdirektor Dr. Rudolf Wansleben, Stadtdirektor Dr. Werner Schmeken in einem Festzug zum Paderborner Schützenplatz. Hier begrüßte „Hausherr“ Oberst Dr. Andreas Jolmes die Teilnehmer. Der Oberst nutzte die Gelegenheit, dem Musikzug seiner Stammkompanie zu gratulieren. Er sprach besonders dem 1. Vorsitzenden Bernhard Schmitz Dank und Anerkennung für 25jährige vorbildliche Arbeit aus. Jolmes zeichnete Schmitz stellvertretend für den gesamten Musikzug mit dem Hohen Bruderschaftsorden des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften aus. Bernhard Schmitz wurde an diesem Wochenende mit Geschenken und Auszeichnungen förmlich „überhäuft“. So war er am Samstagabend beim Kommersabend mit der Ehrenplakette des Landesverbandes des Volksmusikerbundes durch Bernhard Ekelt ausgezeichnet worden. Auch von „seinen“ Musikern hatte Schmitz gemeinsam mit Dieter Schonlau eine wertvolle Auszeichnung erhalten. Viel Lob und Anerkennung für 25 Jahre wertvolle Arbeit im Schützen- und Musikwesen. Nach dem gemeinsamen Spiel ging es in den MASPERN- und Königsträßerbezirk zur weiteren Feier. Zum Schützenfest 1998 wurde Dieter Schonlau zum Ehrenmitglied des Musikzuges ernannt. Dieter Schonlau war fast 25 Jahre MASPERN-Musiker an der Pauke und viele Jahre zweiter Vorsitzender. Hier hat er sich große Verdienste um den Erhalt des Musikzuges erworben. Gesundheitliche Gründe veranlassten ihn 1998 das Amt in jüngere Hände zu geben.
Im Frühjahr 2001 kam es beim MASPERN-Musikzug zu einem Generationswechsel. Nach 28 Jahren aktiver Arbeit als Vorsitzender legte der Mitbegründer des MASPERN-Musikzuges Bernhard Schmitz den Vorsitz nieder. Er machte somit den Weg frei für die nächste Generation. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Hans-Jörg Tegethoff gewählt, der zuvor schon aktive Vorstandsarbeit geleistet hatte. Nach Beendigung des Wahlvorganges ernannte der neue Vorsitzende Hans-Jörg Tegethoff in seiner ersten Amtshandlung Bernhard Schmitz zum Ehrenvorsitzenden des MASPERN-Musikzuges.
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |